20. Februar 2012

Autoreninterview mit Sabrina Qunaj

Sabrina Qunaj
Wollten Sie schon immer Autor/in werden?
Ich wollte Polizistin werden oder Flugbegleiterin. Das klang sehr spannend für mich, aber der Alltag in so einem Beruf ist nicht so strahlend wie die Vorstellung davon. Im Grunde bin ich eher ein Familienmensch und niemand, der viel unterwegs sein und reisen möchte. Ich bin aus ganzem Herzen Mutter und das Schreiben ermöglicht es mir, zu Hause bei den Kindern zu bleiben und meine Zeit frei einzuteilen. In meinen Büchern kann ich immer noch jemand anders sein und herumreisen, sodass ich alles habe, das ich jemals wollte.

Gab es eine Art Auslöser, der Sie zum Schreiben gebracht hat?
Zu viel freie Zeit nach der Geburt meiner Tochter, verbunden mit einer immer schon dagewesenen ausgeprägten Fantasie. Endlich hatte ich die Zeit und Inspiration, meine Geschichten aufzuschreiben.

Haben Sie einen Autor als Vorbild?
Ich habe Lieblingsautoren, deren Bücher ich gerne lese und die ich auch für ihr Können bewundere, aber Vorbilder habe ich keine.

Welche sind Ihre Lieblingsbücher?
Die „Game of Thrones“ Reihe von George R.R. Martin, die „Weitseher-Trilogie“ von Robin Hobb, die „Geralt, der Hexer“ Reihe von Andrzej Sapkowski, die „Artus-Chroniken“ und die „Uthred-Saga“ von Bernard Cornwell, sowie die „Waringham-Saga“ von Rebecca Gablé.

Welches Genre bevorzugen Sie als Leser?
Fantasy und historische Romane

Welche ist Ihre Lieblingsmusik?
Bunt gemischt, hauptsächlich Rock.

Haben Sie eine Art Ritual beim Schreiben?
Nein. Ich setze mich an den Laptop und schreibe. Meistens lese ich noch das vom Vortag Geschriebene durch und mache dann weiter.

Gab es bei Ihnen jemals Schreibblockaden und wenn ja, was machen Sie dagegen?
Wenn ich an einem Projekt anstehe und nicht mehr weiter weiß, schreibe ich meistens an einem anderen weiter (ich schreibe immer an mehreren Projekten gleichzeitig). Wenn gar nichts mehr geht, hilft meistens ein Spaziergang mit Musik. Manchmal bleibt einem aber auch nichts anderes übrig, als abzuwarten, sich eine Pause zu gönnen und es später wieder zu versuchen. Die Muse küsst einen zumeist unerwartet und in den merkwürdigsten Momenten.

Woher nehmen Sie die Ideen zu Ihren Büchern?
Die Ideen finden mich. Ich sehe etwas, träume etwas, spüre etwas und es macht *klick*. Meistens entsteht eine Geschichte für mich mit einem Charakter. Ich habe eine Persönlichkeit im Kopf und die entwickle ich weiter und erst später kommt das Drumherum.

Ist eine Fortsetzung geplant?
Die Fortsetzung „Elfenkrieg“ erscheint im Juli/August 2012 und ist genauso wie „Elfenmagie“ ein in sich geschlossener Roman.

Schreiben Sie hauptberuflich oder als Hobby nebenbei?
Ich bin noch die nächsten zwei Jahre in Mutterschaftsurlaub und konzentriere mich auf meine Bücher. Ich hoffe, ich kann das Schreiben dann zu meinem Beruf machen.

War es schwer, einen Verlag zu finden?
Ich schickte Exposé und Leseprobe an eine Agentur und wurde genommen. Klingt einfach, aber es gehört viel Vorbereitung dazu. Das Buch muss nicht nur fertiggeschrieben, sondern auch gründlich überarbeitet werden und das mehrmals. Dann kommen Testleser an die Reihe, neuerliche Überarbeitung, das Einholen von Informationen über Agenturen, Verlagsprogramme, Bewerbungsrichtlinien … und zu guter Letzt, darf man sein Baby dann abschicken und hoffen. Die Agentur stellte das Manuskript dann den Verlagen vor und ein paar Wochen später kam das Angebot. Ganz einfach :-)

Beschreiben Sie sich in 3-4 Sätzen
Ich bin ein fröhlicher, etwas verrückter Mensch mit einem großen Herzen und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Ich liebe es, mit meinen Kindern zu spielen und herumzutollen, meine Familie zu bekochen und zu backen und mich in meinen Geschichten zu verlieren.

Was würden Sie als Ihre herausstechenste Charaktereigenschaft sehen?
Mein Einfühlungsvermögen

Wo würden Sie am liebsten leben und warum?
In Schottland. Ich liebe das Land, die Leute, die Sprache, die Kultur.

Welchen Rat haben Sie für jemanden, der selber schreiben möchte?
Seid offen für die eigenständige Entwicklung der Charaktere und zwingt ihnen nicht ihren Weg auf; seid diszipliniert, wenn es darum geht, das Handwerk zu verbessern und dazuzulernen; zeigt Durchhaltevermögen beim x-ten Korrekturdurchlauf, seid schlau und informiert euch gründlich über die Verlagswelt, bevor ihr euer Manuskript abschickt. Habt Spaß an dem, was ihr tut und hängt euer Herz rein.

Wenn Sie einen Tag in der Rolle irgendeiner Figur verbringen könnten, welche wäre das?
Arielle. Als Kind wünschte ich mir immer, eine Meerjungfrau zu sein und es muss toll sein, unter Wasser atmen zu können – aber nicht länger als einen Tag. Ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben :-)

Was für ein Gefühl ist es, das eigene Buch in Händen zu halten?
Für manche Gefühle fällt mir noch nicht einmal als Schriftstellerin ein Wort ein. Vielleicht existiert auch gar kein Wort dafür, denn das Gefühl ist zu groß.

Was erwarten Sie von Ihrer Zukunft als Autor/in?
Meinen Träumen sind keine Grenzen gesetzt. Was daraus wird, wird die Zeit zeigen.

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